Montag, 13. April 2026

Von Dampfwolken und dem inneren Kompass

Heute waren wir eine starke Truppe von 10 Personen, und unsere Gesprächsthemen hätten kaum unterschiedlicher sein können. Von ernsthaften Gesundheitsrisiken bis hin zu den Mythen unserer Orientierung war alles dabei.

1. Vaping: Die süße Gefahr

Wir begannen den Tag mit einem kurzen Video über die Risiken des Vapings. Es ist erschreckend zu sehen, wie sehr junge Menschen durch exotische Geschmacksrichtungen – von Wassermelone bis Kaugummi – in die Falle gelockt werden.

Doch hinter der bunten Fassade lauern echte Gefahren:

  • Krebsrisiken: Das Video hat deutlich gemacht, dass die chemischen Inhaltsstoffe weit weniger harmlos sind, als die Marketingabteilungen uns glauben lassen wollen.

  • Suchtpotential: Die Verlockung durch die „leckeren“ Aromen macht den Einstieg gefährlich einfach.



2. Wo geht’s lang? Die ewige Debatte um die Orientierung

Nach der Pause wurde es deutlich diskussionsfreudiger, als wir über die Orientierungsstrategien von Männern und Frauen sprachen. Nutzen wir unterschiedliche „Systeme“ im Kopf?

  • Der Magnetit-Mythos: Peter sorgte für Schmunzeln mit der Behauptung, Männer hätten Magnetit im Gehirn, das sie wie eine eingebaute Kompassnadel leitet. (Wissenschaftlich vielleicht gewagt, aber es würde erklären, warum manche nie nach dem Weg fragen wollen!)

  • Navi-Philosophie: Steve warf eine ganz praktische Frage auf: Wie stellt ihr euer Navi ein?

    • Soll die Karte immer in Fahrtrichtung zeigen?

    • Oder ist es besser, wenn die Karte starr nach Norden ausgerichtet bleibt?

Es war faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich wir die Welt (und unsere Bildschirme) wahrnehmen. Ob nun mit Magnet im Kopf oder dem Handy in der Hand – am Ende haben wir alle den Weg zum Treffen gefunden!



Montag, 23. März 2026

Von Münchner Vögeln bis zur Geopolitik

Unser jüngstes Treffen war  hervorragend besucht,  Es ist immer faszinierend zu sehen, welche Talente und Beobachtungen in unserer Runde schlummern.

Das Treffen begann entspannt mit einem Bericht von Peter, der uns von seinem jüngsten Trip nach München erzählte. Besonders seine Beobachtungen und Fotos der Vogelwelt im Münchener Englischen Garten sorgten für viel Interesse.


der Kleiber

Wer wußte, dass das deutsche Wort für „nuthatch“  der Kleiber (Plural: die Kleiber) ist ?  Es handelt sich um ein maskulines Substantiv, das von dem Wort kleben (verkleben/verputzen) abgeleitet ist. Dies bezieht sich auf die Gewohnheit des Vogels, die Eingänge seiner Nisthöhlen mit Schlamm oder Lehm zu „verputzen“.   

Doch nicht nur die Natur stand im Fokus: Mei-Ling überraschte uns alle, indem sie uns einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen gab. Dass sie eine begabte Malerin ist, wussten wir nicht, aber ihre gezeigten Werke (Oeuvres) im Handy zu sehen, war ein echtes Highlight und löste begeisterte Diskussionen aus.

Im fachlichen Teil der heutigen Runde widmeten wir uns einem deutlich schwereren, aber hochaktuellen Thema: der Iran Krieg und der komplexen Lage des Vereinigten Königreichs (UK) angesichts Trumps Unberechenbarkeit.

Wir haben die intensiven Pro- und Contra-Argumente analysiert, die das aktuelle Spannungsfeld des Landes perfekt widerspiegeln:

  • Traditionelle Treue: Die historisch gewachsene, enge Bindung an den US-Verbündeten.

  • Wirtschaftliche Realität: Die extreme wirtschaftliche Verwundbarkeit, die das UK heute mehr denn je spürt.

Es wurde deutlich, dass London vor einem schwierigen Balanceakt steht, bei dem nationale Sicherheit und ökonomische Stabilität oft in entgegengesetzte Richtungen ziehen.

Ich liebäugelte mit dem Titel " Peter berichtete vom Vögeln im Englischen Garten."  Das hätte definitiv die Klickzahlen erhöht.


Montag, 9. März 2026

Nostalgie, Kathedralen und nächtliche Lyrik

Heute waren wir eine muntere Runde von 11 Teilnehmern, und wie so oft bei der U3A, spannte sich der Bogen unserer Gespräche von ganz alltäglichen Beobachtungen bis hin zu den großen Fragen der Kulturpolitik und Weltliteratur.

Von Woolworth nach Essen

Der Gesprächseinstieg war fast schon nostalgisch. Wir sprachen über die Nachricht, dass Woolworth eine neue Filiale in Essen eröffnet hat. Das weckte sofort Erinnerungen: Wir stellten fest, wie sehr wir „unseren“ alten Woolworth vermissen – dieses ganz spezielle Einkaufserlebnis, das heute in der modernen Ladenlandschaft oft fehlt.


Was ist uns Kultur wert?

Danach wurde es etwas ernster und wir diskutierten über die aktuelle Debatte rund um den Kölner Dom. Dort werden neue Eintrittsgebühren für bestimmte Bereiche diskutiert. Wir haben uns gefragt:

  • Wie lassen sich solche Gebühren rechtfertigen?

  • Dient es dem Erhalt des Denkmals oder ist es reine Kommerzialisierung?

Passend dazu weiteten wir den Blick auf Großbritannien aus. Angesichts des modernen Massentourismus stellt sich die Frage: Ist das Modell des kostenlosen Eintritts in Häuser wie das British Museum noch zeitgemäß? Kann sich ein Land diesen freien Zugang für Millionen von Besuchern heute noch leisten, oder braucht es ein neues System?

Ein lyrischer Ausklang

Zum krönenden Abschluss wurde es poetisch und tiefgründig. Steve präsentierte uns Richard Dehmels berühmtes Gedicht „Verklärte Nacht“.

„Zwei Menschen gehn durch kahlen, kalten Hain;

der Mond läuft mit, sie schaun hinein.“

Die intensive Stimmung des Werkes bildete den perfekten Kontrast zu unseren eher praktischen Diskussionen zuvor und ließ uns nachdenklich in den restlichen Tag gehen.


Nächstes Treffen: Wir freuen uns schon darauf, beim nächsten Mal wieder so vielfältige Themen zu beackern!


Montag, 23. Februar 2026

Zurück in die Zukunft

 

Heute war unsere Konversationsgruppe mit elf Teilnehmern wieder stark besetzt. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie vielfältig unsere Gespräche werden, wenn so viele unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen.

Den Anfang machte Peter, der uns mit auf seine Rückreise aus Spanien nahm. Allerdings war das kein entspannter Urlaubsausklang: Er berichtete von einer extrem stürmischen Überfahrt mit der Fähre. Bei seinen Schilderungen von hohem Wellengang und schwankenden Planken konnten wir das Salz fast auf der Lippe spüren – wir waren alle froh, dass er wieder festen Boden unter den Füßen hat!


Vom privaten Sturm ging es direkt in den medialen Orkan. Wir diskutierten über den Fall Epstein und die Verwicklungen von Prinz Andrew (dem ehemaligen). Die Stimmung in der Gruppe war hierbei recht eindeutig: Nach seiner Festnahme und den Enthüllungen hielt sich unser Mitleid merklich in Grenzen. Es war eine intensive Debatte über Privilegien, Verantwortung und die Frage nach Gerechtigkeit.

Nach diesen schweren Themen brauchten wir einen Tapetenwechsel. Ein Videoclip über die 80er Jahre katapultierte uns direkt zurück in das Jahrzehnt der Neonfarben und Synthesizer-Sounds.

In der anschließenden Runde teilten wir unsere persönlichen Einstellungen zu dieser Zeit:  Besonders hängen blieb jedoch der Vergleich zur Gegenwart. Wir sprachen darüber, dass die "gute alte Zeit" für die heutige Generation oft in weite Ferne gerückt ist. Es beschäftigte uns sehr, wie extrem schwierig es junge Menschen aktuell auf dem Arbeitsmarkt haben. Während man in den 80ern oft mit Optimismus startete, kämpft die Jugend heute mit ganz anderen Hürden und Unsicherheiten. Ein Thema, das uns sicher noch länger begleiten wird.

Wort der Woche: Verklärung          Näher darüber zum nächsten Mal von Steve

Montag, 9. Februar 2026

Und - es kommt ein andrer Tag.

Heute waren wir eine fröhliche Runde von neun Teilnehmerinnen und Teilnehmern, und wie so oft entwickelte sich unser Gespräch zu einer kleinen Reise durch Kultur, Politik und Alltagsthemen.

Zum Einstieg brachte Gloria einen Film von Alan Bennett ins Gespräch, den sie kürzlich gesehen hatte und sehr empfehlen konnte. Ihre Begeisterung steckte an: Wir sprachen über Bennetts typische Mischung aus feinem Humor, britischer Exzentrik und leiser Melancholie. Einige machten sich direkt eine mentale Notiz, den Film selbst anzuschauen.


Danach wechselten wir in deutlich ernstere Gefilde. Der Epstein-Skandal und die politischen Erschütterungen, die daraus folgen, boten reichlich Diskussionsstoff. Besonders Peter Mandlesons Rücktritt und die Frage, welche Personen nun als mögliche Kandidaten für Keir Starmers Rolle als Premierminister infrage kommen könnten, führten zu einer lebhaften Debatte.
Im Anschluss sahen wir einen kurzen Clip über das Online-Bestellen von Lebensmitteln. Was zunächst bequem klingt, entpuppte sich im Video als Quelle zahlreicher kleiner und großer Probleme:
  • Falsch gelieferte Produkte
  • Verpackungsmüll
  • Missverständnisse bei Ersatzartikeln
Und die Frage, wie viel menschliche Kontrolle eigentlich noch bleibt. Der Clip bot einen guten Anlass, eigene Erfahrungen auszutauschen — von gelungenen Lieferungen bis zu skurrilen Fehlbestellungen.

Den ruhigen, literarischen Ausklang bildete ein Gedicht von Theodor Fontane. Das Gedicht  erinnert daran, dass alles im Leben im Fluss ist: Schmerz, Sorge und Belastung bleiben nie endgültig, genauso wenig wie Glück und heitere Momente. In seiner ruhigen, tröstenden Sprache verbindet er realistische Lebenserfahrung mit sanfter Hoffnung. Der Gedanke, dass „ein andrer Tag“ kommt, wirkt weder naiv noch pathetisch, sondern wie eine leise Ermutigung, geduldig zu bleiben und dem Wandel zu vertrauen.
Tröste dich, die Stunden eilen,

Tröste dich, die Stunden eilen,

Und was all dich drücken mag,

Auch die schlimmste kann nicht weilen,

Und es kommt ein andrer Tag.

    

In dem ew'gen Kommen, Schwinden,

Wie der Schmerz liegt auch das Glück,

Und auch heitre Bilder finden

Ihren Weg zu dir zurück.


Harre, hoffe. Nicht vergebens    

zählest du der Stunden Schlag:

Wechsel ist das Los des Lebens,

Und - es kommt ein andrer Tag.

Ein Moment der Besinnlichkeit nach einer thematisch vielfältigen Stunde.