Dienstag, 24. September 2019

Um den Urlaub betrogen

Neun Mitglieder trafen sich zu dem regelmäßigen morgendlichen Kaffeklatsch.  Dass wir nur neun waren, hat uns keineswegs einen Dämpfer verpasst.

Das erste Thema an der Tagesordnung mit dem wir uns befassten war die Insolvenz unseres Reise-Giganten Thomas Cook.  Wieviel hatte sie mit der anhaltenden Unsicherheit rund um den EU-Austritt Großbritanniens zu tun? Über 600 000 Urlauber wissen nicht, wie sie nach Hause kommen. Viele wissen nicht, ob sie ihre Reise in den Urlaub antreten können.



Danach ging es um die Gruppe „Extinction Rebellion“, die immer wieder Blockadeaktionen ankündigt, zuletzt an die Autobahn vor Dover. Welche Aktionen sind für Extinction Rebellion noch okay, und wo ist eine rote Linie überschritten?  Kürzlich erregte ein Statement der britischen Extinction Rebellion Aufmerksamkeit, man wolle die Aktion "Heathrow Pause", bei der Drohnen illegal in der Sperrzone des Londoner Flughafens aufsteigen sollen. Vielleicht sollte unsere Gruppe beim nächsten Treffen versuchen, dieser Frage auf den Grund zu gehen.



Wir waren derart vertieft in diesen und anderen Problemen, dass wir keine Zeit für unseren Storm Text übrig hatten.

Der 2. Montag im kommenden Monat fällt etwas später als sonst am 14. Oktober

Ich werde euch mit diesem letzten Gedanken verlassen:

  Die besten Jahre kommen doch nach 89. War mit Deutschland ja genauso!

Dienstag, 10. September 2019

Volle Fahrt voraus, ganz egal wohin, Hauptsache wir fahren, genau das ist der Sinn

Prosit neues Semester!  An diesem ersten Treffen nach der Sommerpause waren wir nur neun.  Beryl berichtete von ihrem Stolperunfall mit anschliessender Übernachtung im Krankenhaus auf der Insel Korfu.  Das Foto von den Blessuren im Gesicht war erschreckend aber zum Glück hat sie sich inzwischen gut erholt.

Danach haben wir verschiedene Themen angesprochen:

  • E-Autos und den Mangel an ausreichenden Möglichkeiten, diese Autos unterwegs mit Strom zu betanken 
  • die Hektik an Flughäfen
  • die Jahren zwischen den beiden Weltkriegen
  • Peters Kinder
  • den Bimsstein-Teppich von rund 150 Quadratkilometern, der im Ozean vor Australien treibt.


Nächstes Treffen 23. September.   Auf dem Program: Schimmelreiter ab Seite 37.  Hauke schwingt das Tanzbein

Freitag, 26. Juli 2019

Schluss im Bus

Unser Treffen am 22. Juli war schwach besucht.  Die Frage stellt sich, ob wir nächstes Jahr unsere Runde Anfang Juli vertagen sollten.




Es war insgesamt ein erfolgreiches Jahr, wenn wir Bilanz ziehen.  Unser Umzug in den Denton Saal erwies sich angesichts der angekündigten Schliessung von Waitrose als vorausschauend.   Mit einer durchschnittlichen Besucherzahl von 12,5 hat unser Geschäftsplan auch Aussicht auf Erfolg. 

Die sieben Anwesenden am 22. Juli hatten zwei Themen auf der Tagesordnung - die Einsetzung von Ursala von der Leyen als EU Kommissionspräsidentin und Recyclingsfragen in Deutschland und GB.   Es wurde auch über die Beförderung von Anna Kramp Karrenbauer gesprochen.

AKK links im Bild

Wort der Woche - die Sintflut: etwa 'flood of biblical proportions'.  Die Idee von einer göttlich veranlassten Flutkatastrophe ist in vielen Kulturen bekannt aber die Etymologie interessierte uns am meisten. Alans Vermutung, dass es sich von 'Sünde' abstammte, lag falsch.

Ölgemälde (Francis Danby, Tate Gallery)

Wir verdanken Wendy für ihre Nachforschungen über die Geschichte des Wortes: 

Das deutsche Wort „Sintflut“ ging aus mittelhochdeutsch sin(t)vluot, althochdeutsch sin(t)fluot hervor, das so viel wie „umfassende Überschwemmung“ bedeutet. Es hat also nichts mit dem Wort „Sünde“ zu tun.  Die germanische Vorsilbe sin- bedeutet „immerwährend, andauernd, umfassend, groß“ und wurde seit dem 13. Jahrhundert volksetymologisch zu „Sünd-“ umgedeutet. So wurde die Schreibweise „Sündflut(h)“ in einer Reihe von Publikationen bis ins 19. Jahrhundert verwendet

Das war's für dieses Semester - Ende Gelände, Schluß im Bus, aus die Maus !

Bis zum 9. September

Dienstag, 9. Juli 2019

Lidl lohnt sich

So lautet wenigstens der Werbeslogan: Der Siegeszug von Aldi und Lidl in Großbritannien gilt als einer der größten Exporterfolge des deutschen Handels.  Lidl gilt mit über 10.200 Filialen in 29 Ländern als größter Discounter-Konzern europaweit und ist vor allem für seine günstigen Preise bekannt.   Lidl will jetzt als erster deutscher Lebensmittelhändler dem Kunden in Zukunft mobiles Bezahlen ermöglichen.  Dank einem Aritkel, den Doyne und Jenny mitbrachten, lernten wir vieles heute über das bargeldloses Bezahlen.



Wer mit seinem Handy (oder auch eine entsprechenden Smartwatch mit integriertem NFC-Chip) bezahlen will, installiert die Lidl App. Man richtet ein Konto ein und hinterlegt die Kartendaten (z. B. Mastercard, Visa). Diese werden an der Kasse per Nahfunk (NFC) verschlüsselt übermittelt. Das funktioniert auch mit smarten Uhren, auf denen Google Pay bzw. Apple Pay  läuft.

Claus bemängelte die kundenfeindliche Atmosphäre in unserer High Wycombe Filiale - schlechtbezahltes, mürrisches Personal und lange Schlangen an den Kassen.  Alan wies darauf hin, dass die Produkte  keineswegs minderwertig sind, denn die Lidl-Artikel schneiden bei Produktvergleichen in der Verbraucher-Zeitschrift WHICH immer gut ab.

Bärbel sorgte mit zwei Gedichten von Theodor Storm  für das Kultur-Angebot.

Letztes Treffen vor den Sommerferien findet am 22. Juli statt.  Bis dann  solltet Ihr im Schimmelreiter bis Seite 29 weitergelesen haben.

Dienstag, 25. Juni 2019

Der Mann mit zu vielen Eigenschaften



Unsere 15 Teilnehmer an diesem Montag führten eine lebhafte Diskussion um die Eignung Boris Johnsons für das Amt von Premierminister.  Einige meinten, der nächtliche Streit mit seiner Freundin und frühere Fehltritte disqualifizieren ihn von einer hohen politichen Rolle.   Man müsse vorsichtig sein, was die Charaktereigenschaften betrifft. Vertrauenswürdigkeit und Ehrlichkeit seien wichtige Sachen.   Er bewerbe sich um ein Amt, dessen Träger permanent unter "unglaublichem Druck" stehe. Es sei wichtig, ausgeglichen zu sein, ein klaren Kopf zu bewahren und das alles bewältigen zu können.

Andere hielten dagegen, dass das Publikum kein Recht hat, einem privaten Krach zwischen zwei Liebenden zu lauschen.   Sie wiesen auf das Privatleben von sehr erfolgreichen Politikern u.a  Clinton, Winston Churchill, John F Kennedy, Gladstone, und LLoyd George. Johnson sei ein Mann von diesem Schlag.     Sie meinten,  der Vorfall würde ohne weitere Folgen verpuffen.

24 Stunden danach herrscht wieder Frieden im Johnsoner-Haushalt

Nach der Pause ging es um Cayla eine Puppe mit großen blauen Augen und engelsgleichen Haar, die kaum  unschuldiger aussehen könnte. Tatsächlich ist sie aber eine getarnte Abhöranlage, hat die Bundesnetzagentur entschieden.

die Unschuld vom Lande - von wegen !
Denn Cayla kann Bild- und Tonaufnahmen aus dem Kinderzimmer in die ganze Welt senden.  Gegenstände, die Kameras oder Mikrophone verstecken und so Daten unbemerkt weiterleiten können, gefährden die Privatsphäre der Menschen, erklärte die Bundesnetzagentur und hat  den Verkauf von Cayla deshalb mit sofortiger Wirkung verboten.    Das Gespräch kam dann auf Alexa, ein ähnliches Gerät. mit dem viele von uns Erfahrung hatten.

Wir endeten diese Runde mit ein paar Seiten von dem Schimmelreiter.  Diejenigen, die heute fehlten, sollten beim nächsten Treffen bis zu Seite 20 gelesen haben.

Nächstes Treffen am 8. Juli

Freitag, 14. Juni 2019

Schmetterlinge im Bauch ?

Die 14 Teilnehmer an unserem ersten Treffen im Juni beschäftigten sich mit zwei schwerwiegenden aber sehr unterschiedlichen Themen - von einem Erhabenen zu einem (man könnte meinen) Ekelerregenden.  Es ging also um den 70. Geburtstag des Grundgestzes mit Schwerpunkt Frauenrechte  sowie um den Verzehr von Insekten.

Bärbel leitete die Diskussion um das Grundgesetz und wies darauf hin, dass in Art. 3 II GG der Staat ausdrücklich in die Pflicht genommen wird , die Gleichberechtigung von Frauen und Männern durchzusetzen und bestehende Nachteile zu beseitigen.   Sie ruderte etwas von ihrer früheren Behauptung zurück , es gäbe keine Frauenwahlrechtsbewegung in Deutschland. 



Der Unterschied aus ihrer Sicht läge darin, dass die Bewegung in Deutschland von benachteiligten Frauen aus der Arbeiterklasse geführt wurde, und nicht von Frauen aus der Mittel- und Oberschicht, wie in Großbritannien.  Wer mehr zu diesem Thema lesen möchte, sollte sich an diese Seite wenden http://www.addf-kassel.de/dossiers-und-links/dossiers/geschichte-des-frauenwahlrechts/wie-alles-begann-debatten-und-forderungen-im-19-jahrhundert/

Das Insekten Thema stellte sich als weniger umstritten aus.  Die Meisten würden ohne weiteres Grillen oder Ameisen zu sich nehmen.  Beryl und Peter hatten bereits Schnecken und Froschschenkel gekostet und Andere schreckten nicht von ekelig aussehenden Meeresfrüchten zurück. 




Es blieb nur noch die Frage, ob Insekten vegan sind.   Eine Erklärung lautet: Nein - sie sind zwar Tiere, jedoch ist die gesamte Produktionskette nicht mit jener Massentierhaltung vergleichbar, wie wir sie heute kennen. 

Insekten zu essen ist daher ethisch und moralisch viel vertretbarer und eine nachhaltige tierische Proteinquelle.  Na dann, guten Appetit !

Wir begannen heute mit unserer Lektüre von dem Theodor Storm  Klassiker Der Schimmelreiter.

Nächtes Treffen am 24. Juni.

Dienstag, 14. Mai 2019

Arm, ärmer, am ärmsten

Die Anzahl der Deutschlernenden mag auf Landesebene immer weiter zurückgeghen aber wir im Gegensatz zum vorherrschenden Trend immer mehr TeilnehmerInnen verzeichnen.  Die Nachzügler mussten am heutigen Montag um einen guten Sitzplatz kämpfen.

Unsere Diskussion drehte sich heute um das Thema Armut.  Fernsehberichte und ein Zeitungsbericht bildeten den Ausgangspunkt.  Manche in der Runde staunten, als es klar wurde, dass Sozialeistungsempfänger in Deutschland genauso schlecht daran sind als Unsere.  Arme Menschen gleiten in soziale Ausgrenzung ab; auch relative Armut führt zu einem Verlust der Selbstachtung, so dass Menschen in Verzweifelung versinken.   2018 sahen 51 Prozent der Befragten in den Großstädten die Armut als ein „ein großes“ oder „sehr großes Problem“. 



Nach der Pause brachten wir unserer Lektüre von Sansibar zu einem Abschluss.  Das Buch endete zwar nicht mit einem Paukenschlag, was einige unserer Teilnehmer offensichtlich bedauerten, wohl aber mit der Erkenntnis, dass der Mensch zur Freiheit verdammt ist - die Institutionen der Kirche und der Partei oder die Sozialgemeinschaft bieten dem Einzelnen keine Orientierung.  Erst durch eigenverantwortliches Handeln eroberten die Hauptdarsteller ihren Lebenssinn zurück.  Sansibar muß nicht in einer unerreichbaren Ferne liegen.  Man wird zwangsläufig an die Äußerung von Horaz erinnert:


Nächstes Treffen am 10. Juni